Fusion Square Garden
Reggaepop / CH
Band
«Neu, Nouveau, Novità» – was tönt wie eine neue Aktion in einem hiesigen Grossverteiler ist in Wahrheit bereits die vierte Platte der Berner Mundartreggae-Pioniere von Fusion Square Garden, die am 5. September 2008 erscheint.
Die Pioniere des Schweizer Reggaes Fusion Square Garden werden zurecht als Pioniere des Schweizer Reggaes bezeichnet. Denn als Sänger Mauro Corchia in den 90er Jahren die Band mit zwei Freunden ins Leben rief, war hierzulande alles andere als Reggae angesagt. Trotzdem schafften es die drei Jungs dank Corchias eingängigen und authentischen Songs, einen Plattendeal an Land zu ziehen. Das Album «Di Glychi Gschicht» (muve/ balik) brachte die drei Berner, die live durch einige erfahrene Musiker aus der Bieler Reggaeszene unterstützt wurden, auf Club- und Festivalbühnen in der ganzen Schweiz inklusive Openair St. Gallen und Gampel. Die Single «Lieber Hüt» zeugt auch heute noch in zahlreichen Radiostationen von FSGs rootsigen Anfängen. Auch auf der zweiten Platte «Cosa Nostra» (2002, muve/mv) dominierte der Roots-Reggae. Und wie: Zur Veredelung wurden einige Tracks auf die Insel geschickt und in den legendären Tuff Gong-Studios von Bob Marley in Kingston gemischt und mit Bläsersätzen versehen. Als weiteres Highlight konnte ein anderer schweizer Reggae-Pionier zur Zusammenarbeit bewogen werden: Polo Hofer, Reggae- und FSG-Fan der ersten Stunde singt auf der Single «So viu Glück» mit Mauro Corchia in bester Rumpelstilz-Manier ein Duett.
Nach einer vierjährigen Pause meldeten sich Fusion Square Garden, mittlerweile zur siebenköpfigen Band gewachsen, im Jahr 2006 mit der ominösen (und oft als karriereentscheidend bezeichneten) dritten Platte zurück. «Dä Wo’s Het» (SonyBMG) war in einiger Hinsicht anders als die beiden Vorgänger: Nicht zuletzt durch den neu hinzugestossenen Rapper Adri Angelucci erhielten andere Black Music-Stilrichtungen wie Hip Hop und Ragga ihren Platz im Fusion Square Garden. Mehrere Singles, der erstmalige Einzug in die Charts und nicht zuletzt der Sommerhit «Vagabondo» liessen den vielbeschworenen Stolperstein „drittes Album“ eher als Trampolin erscheinen.
Und ebendiesem «Vagabondo» ist auch zu verdanken, dass Fusion Square Garden eines ihrer wichtigsten Anliegen unter die Leute bringen konnten: Ihre Mehrsprachigkeit. Der italienische gesungene Feelgoodsong voll von mediterranem Flair hielt sich den ganzen Sommer über ganz oben in den schweizer Airplaycharts und machte Fusion Square Garden, die bisher dem breiten Publikum eher als Mundartformation bekannt waren, plötzlich auch in der Wahrnehmung des Publikums zur multilingualen Band. Das Konzept der Mehrsprachigkeit ist Mittlerweile zum Markenzeichen geworden. Und wird nun auf der neuen Scheibe sogar noch ausgebaut: So vermischt Mauro Corchia – ganz der Secondo – Italienisch und Mundart zum einzigartigen Mix, den die eingewanderten Nachbarn aus dem Süden so sympathisch macht. Adri Angelucci - auch er gebürtiger Italiener – schielt dagegen eher nach Westen: Im Welschland aufgewachsen, ist seine Rapsprache Nummer eins die Französische. Daneben sorgen veschiedene Featuregäste für Abwechslung im FSGschen Sprachmix.
Gäste und Einflüsse Für die neue Scheibe konnten Fusion Square Garden auch diesmal wieder einige Hochkarätige Gäste verpflichten: Mit Jaba, dem Leadsänger der Neuenburger Band „Moonraisers“ arbeiteten die Jungs mit einem Reggae-Pionier von ennet dem Röstigraben zusammen. Seine unverwechselbare Stimme bringt die Radiosingle «Babylon Style» einen grossen Schritt näher zur Insel. Nino G., international bekannter Beatboxkönig und Rapper lässt seinen italienischen Rhymes und seine unverwechselbare Beatbox in „Corri“ erklingen und der Kapverdisch-Amerikanische Rapper Shun Danger bringt den US-Hip Hop auf den Track «Cosa Fai» . Den Reigen der grossartigen Special Guests beendet der Berner Rapper Baze, der auf «Mini Droge» dem Mundart Hip Hop zum verdienten Platz im Fusion Square Garden verhilft.
„Neu, Nouveau, Novità“ – die Platte Wie bereits beim Vorgänger sind auf dem neuen Wurf der Berner die Einflüsse von Hip Hop und Ragga nicht zu überhören. Trotzdem haben die Produzenten und Songschreiber Mauro Corchia und Matthias Urech sich bei den Arbeiten zu «Neu, Nouveau, Novità» wieder mehr auf ihre Anfänge besonnen: Während auf «Dä Wo’s Het» eine gewisse Unsicherheit und Neuorientierung in Sachen Stil zu hören war, ist der Reggae nun wieder der unbestrittene Herzschlag ihrer Songs. Ihren Drang zur Vielseitigkeit haben die beiden FSG-Köpfe geschickt ins Offbeatgewebe eingeflochten und erreichen damit eine Homogenität, die bei dieser Stilvielfalt erstaunt. Da wird in «Madame Koto» der afrikanischen Musik gehuldigt, «Corri» und «Mini Droge» sind vermeintlich klare Hip Hop Tracks, «Albtroum» würde man beim Ragga ansiedeln und «Cosa Fai» gehörte definitiv in die Clubs. Dazu jazzige Solos und die Poppigen Refrains, die Fans und Radiostationen seit acht Jahren an Fusion Square Garden so lieben. Ein babylonisches Stilgewirr? Nein. Zu finden ist dies alles an einem ideelen Ort irgendwo zwischen Bern, Kingston, New York oder Kapstadt – dem Fusion Square Garden.
Links
- www.fusionsquaregarden.ch (Offizielle Bandpage)
- www.myspace.com/fusionsquaregarden (MySpace Seite)
Files
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- PDF: Rider (.pdf, 0.06MB)